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Komplikationen


Typische Komplikationen, abhängig von der Schwere des Kurzdarmsyndroms sind:

  • Elektrolytstörungen
  • Osteoporose
  • Nierensteine
  • Gallensteine
  • Metabolische Azidose
  • Cholestatische Lebererkrankung
  • Sepsis
  • Thrombosen und Embolien der zentralen Venen
  • Nicht erkannte Mangelzustände ( Magnesium-, Zinkmangel, sekundärer Hyperparathyreodismus)
  • Bei Patienten mit hohem Verlust über Stoma kann es zu Müdigkeit, Depression, Muskelschwäche, Ataxie, Herzrhythmusstörungen bis hin zu Konvulsionen kommen.
  • Psychische Belastungen wie Arbeitsplatzverlust, Beziehungsprobleme, Vereinsamung

Komplikationen unter parenteraler Ernährung

„Überwässerung“ und Exsikkose, Störungen der Elektrolyte und Blutübersäuerung (Azidose):

Der „Umsatz“ von Flüssigkeit und Blutmineralien im Rahmen einer parenteralen Ernährung bei einem Kurzdarmsyndrom kann sehr hoch sein. Eine gute Kontrolle über eine adäquate Flüssigkeitszufuhr oder das Problem Exsikkose (bzw. Überwässerung) lässt sich gewinnen, indem sich der Patient täglich wiegt und ggf. seine Urinausscheidung misst und diese Zahlen in einer Tabelle festhält. Theoretisch würde auch die regelmäßige Kontrolle des Durchfallvolumens helfen, aber das ist meist praktisch nicht möglich. Rasche Veränderungen des Gewichtes und/oder der Urinausscheidung sollten zur umgehenden Kontaktaufnahme (max. 2 Tage) mit dem behandelnden Arzt führen.

Störungen der Elektrolyte und eine Blutübersäuerung (Azidose) lassen sich nur durch entsprechende Laborwertkontrollen erfassen! Wichtig ist, dass eine Überwässerung oder eine Exsikkose fast regelmäßig mit solchen Störungen einhergeht und dann einer raschen und intensiven Therapie bedürfen. Schließlich sollten alle Laborwerte
gesammelt werden. Dadurch werden langfristige Veränderungen nachvollziehbar und es wird ermöglicht, dass sich neue Ärzte (z.B. in Notfallsituationen, im Urlaub oder bei einem Wohnortwechsel) in die Situation eindenken können.

Portinfektionen

Auch bei sorgsamem Umgang mit Port, Portnadeln und Infusionen kann es zu portbedingten Infektionen kommen. Sie sind die mit Abstand häufigste Komplikation der parenteralen Ernährung.Meist kommt es durch Einspülen von Bakterien aus dem Port in das Blutsystem bei Beginn einer Infusion zu Fieber, Schüttelfrost und stark verschlechtertem Allgemeinbefinden. Bei dieser typischen Symptomatik muss die Infusion sofort unterbrochen und ein Arzt kontaktiert werden. Der Port sollte noch gespült und geblockt werden.

Eine Portinfektion kann sich aber auch weniger typisch und weniger abrupt mit Abgeschlagenheit, geringem Fieber, Gelenkschmerzen und veränderten Blutwerten äußern. Dann ist die Diagnose schwieriger. Für die Behandlung einer Portinfektion ist der Keimnachweis von großer Bedeutung. Die Art des Keims bestimmt, ob versucht werden kann, die Portinfektion mit Antibiotika auszuheilen, oder ob der Port entfernt werden muss. Nur in der Ausnahmesituation einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung muss der Port notfallmäßig ohne vorherigen Keimnachweis entfernt werden.

Andere mögliche Infektionen im Zusammenhang mit dem Port sind:
• die Porttascheninfektion, d. h. die Infektion des Weichteilgewebes um die Portkammer herum. In dieser Situation muss der Port immer entfernt werden.
• die Infektion der Haut über der Portkammer (exit site infection). Diese Problematik kann meist durch eine Infusionspause von einigen Tagen (bei entfernter Portnadel) geklärt werden.

Thrombosen der Gefäße

Der Schlauch des Portsystems bzw. der Hickman-Katheter liegen in einem Blutgefäß und aktivieren als Fremdkörper die Blutgerinnung. Dieser Effekt ist individuell sehr unterschiedlich. Die Schlauch-Materialien sind in den vergangenen Jahren immer verträglicher geworden. Trotzdem kann es zu Thrombosen kommen. Solche Thrombosen treten insbesondere im zeitlichen Zusammenhang mit Portinfektionen auf. Aus solchen Thrombosen ergeben sich verschiedene Probleme:

• Das thrombosierte Gefäß kann meistens nicht für eine erneute Anlage eines Port bzw. Hickman-Katheters verwendet werden.
• Der Blutabfluss über das thrombosierte Gefäß ist stark eingeschränkt oder das Gefäß ist sogar vollständig verschlossen. Infolgedessen kann es zur Schwellung des entsprechenden Arms kommen. Innerhalb von Wochen bilden sich dann Umgehungskreisläufe aus, die als auffällige Venen am Brustkorb oder als geschwollene Venen am Arm sichtbar werden. Besonders bei Beanspruchung des Arms kann es zu Beschwerden (Druckgefühl, Schmerzen, verminderte Kraft) kommen.

Leberwertveränderungen und Leberschäden

Unter einer parenteralen Ernährung treten häufig erhöhte Leberwerte auf. Ursachen können sein:
• eine falsche Zusammensetzung der Makronährstoffe
• eine zu rasche Infusionsgeschwindigkeit, z. B. nur 8–10 Stunden täglich statt geplanter 14–16 Stunden
• wiederholte Infektionen
• Nebenwirkungen von Medikamenten, die zusätzlich zur parenteralen Ernährung verabreicht werden

Leberwertveränderungen sind nicht notwendigerweise mit einem schweren Leberschaden gleichzusetzen. Dauerhaft erhöhte Leberwerte, insbesondere die Erhöhung des Bilirubins, erfordern aber eine weitere Abklärung der Ursache.

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Weiterführende Links

Prof. Dr. Georg Lamprecht
Universitätsmedizin Rostock
Zentrum für Innere Medizin,
Klinik II
Abteilung für Gastroenterologie
18057 Rostock
 
PD Dr. med. Irina Blumenstein
Universitätsklinikum Frankfurt
Medizinsche Klinik 1
Schwerpunkt Ernährungsmedizin