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Prakitsche Ernährungs-Tipps

1.    Leicht verträglich:

Lebensmittel, die häufig Unverträglichkeiten auslösen aufgrund ihrer blähenden Wirkung bzw. des hohen Ballaststoffgehaltes, sollten gemieden werden.

Meiden Sie daher: Hülsenfrüchte, Gurkensalat, Pilzgerichte, Kohlgemüse, frisch gebackenes Brot, frittierte Speisen, sehr säurehaltige Lebensmittel und kohlensäurehaltige Getränke. Auch frisches Obst (außer Banane), frische Salate, Rohkost, Tomaten, Blumenkohl, Broccoli, Kohlrabi, Erbsen, und grüne Bohnen sollten gemieden werden.

Es empfiehlt sich ein Tagebuch bzw. ein „Beschwerdeprotokoll“ zu führen um individuelle Unverträglichkeiten von Lebensmitteln, Speisen und Getränken feststellen zu können.

2.    Eiweißreich:

Eiweiß ist ein lebensnotwendiger Nährstoff mit vielen Funktionen im Körper. Ein Mangel an Eiweiß führt zu Verlust an Muskulatur sowie Körpergewicht, zu
Organfunktionsstörungen sowie zur Beeinträchtigung des Eiweiß- und Enzymstoffwechsels. Die Folge können erhöhte Infektanfälligkeit, Fieberzustände, Wundheilungsstörungen sowie Mangelernährung sein.

Günstige Eiweißlieferanten sind:
• mageres Fleisch von Geflügel, Kalb, Schwein und Rind
• magerer Fisch
• fettarme Wurst, Quark und fettarmer Käse

Diese Lebensmittel versorgen uns mit hochwertigem Eiweiß. Oft werden Milch und Milchprodukte aufgrund des hohen Lactosegehaltes (Milchzucker) schlecht vertragen.
Die Eiweißzufuhr kann durch zusätzliche Gabe von Eiweißkonzentraten ergänzt werden:
• Eiweißreiche (hochkalorische) Trink- bzw. Zusatznahrung

3.    Kalorienreiche Ernährung:

Gesundheitliches Wohlbefinden und eine intakte Immunabwehr hängen maßgeblich von einem guten Ernährungszustand ab. Durch einseitige Ernährung wird die Entstehung einer Mangelernährung begünstigt, die sowohl Lebensqualität als auch Lebensdauer beeinflusst. Fett ist ein wichtiger Energielieferant und wird bei einer normalen Zufuhr von 80g/Tag meist gut vertragen. Sollte es trotzdem zu Unverträglichkeiten wie Fettstühlen kommen, kann auf MCT-Fette zurückgegriffen werden. Ihr Vorteil ist, dass sie auch bei eingeschränkter Verdauungsleistung verwertet werden können.

Erhältlich sind:
MCT-Basis Plus: Öl, Margarine, Brotaufstriche erhältlich im Reformhaus. Die Energiezufuhr sollte wegen der verminderten Nährstoffausnutzung deutlich über der von Gesunden liegen. Die Patienten müssen wesentlich mehr essen als Gesunde um ihr Gewicht zu halten.

Zur Kalorienanreicherung sind geeignet:

1 Eßl. Butter (15g) – 120 Kalorien
1 Eßl. Sahne (10g) – 30 Kalorien
1 Eßl. Honig (15g) – 60 Kalorien

Verwenden Sie zum Süßen von Speisen und Getränken Traubenzucker anstelle von Haushaltszucker. Traubenzucker hat den gleichen Energiegehalt wie Haushaltszucker aber nur die halbe Süßkraft, d.h. Sie können die doppelte Menge Zucker und somit Energie zufügen, um den gleichen Süßegrad zu erreichen. Ist trotz all dieser Maßnahmen keine ausreichende Energiezufuhr möglich, kann auf spezielle Produkte  zurückgegriffen werden:

• Malto Dextrin®
• Duocal®
• Biosorbin MCT
• hochkalorische Trink- bzw. Zusatznahrungen

4.    Viele kleine Mahlzeiten:

Wichtig ist, den verbliebenen Darm während des gesamten Tages und nicht nur zu drei Hauptmahlzeiten zu nutzen. Dies bedeutet mehrere kleine Mahlzeiten. Bei großen Portionen wird die Darmtätigkeit unnötig stark angeregt, sodass die Nahrung schlechter ausgenutzt wird und es zu Durchfall kommen kann.

5.    Gründlich kauen:

Während der relativen kurzen Verweildauer im verbliebenen Darm muß eine gute Durchmischung mit Verdauungssäften stattfinden. Durch gründliches kauen wird eine Durchmischung gefördert und die Nährstoffausnutzung positiv beeinflusst. Evtl. kann der Verdauung mit Bauchspeicheldrüsenfermenten nachgeholfen werden.

6.    Reichlich trinken, aber nicht zu viel:

Bei Durchfall besteht ein erhöhter Wasserverlust, der ausgeglichen werden muss. Trinken Sie ca. 2 l kohlensäurearme Mineralwässer, Schwarz-, Kräuter – und Früchtetee (keine rote Früchte). Vorsicht: Pfefferminztee und Kaffee nur bei individueller ToleranzTrinken Sie jedoch nicht zuviel, da dies zu vermehrten Durchfällen führt.

7. Abhilfe schaffen bei individuellen Beschwerden:

a) Durchfall:

Mehrere Ursachen kommen für Durchfälle nach Dünndarmresektion in Frage, entsprechend findet eine medikamentöse Therapie statt.

Positiv wirken sich folgende Lebensmittel bei Durchfall aus:
Eine stopfende Wirkung haben:
• geschlagene Banane, geriebener Apfel, Heidelbeeren (-saft)
• gekochte Karotten
• Zwieback, Knäckebrot, gekochter Reis, Weißbrot, Wasser-Kartoffelpüree, Nudeln
• Kakaopulver (Schokolade, Wasserkakao)

Bitte beachten sie: – keine kalten und keine kohlensäurehaltigen Getränke trinken
– meiden von Milch und Milchprodukten, die Milchzucker enthalten
– keine fetten Lebensmittel und Speisen essen

Tipp: Weizenkleie und Flohsamen haben aufgrund der quellenden Wirkung die Fähigkeit, flüssigen Stuhl eindicken und formen zu können.

b)  Milchzuckerunverträglichkeit/Laktoseintoleranz:

Eine Milchzuckerunverträglichkeit wird durch einen Laktasemangel hervorgerufen. Das Enzym Laktase wird im Dünndarm gebildet und sorgt dafür, dass Milchzucker abgebaut und resorbiert werden kann. Bei Dünndarmresektion kann es zu einem Laktasemangel kommen.

Es sind folgende Lebensmittel zu meiden:
• Milch, Pudding, Milchbreie
• Milchprodukte nach Verträglichkeit: Joghurt, Kefir, Buttermilch, Quark, Weich- und Hartkäse, Butter
• Instantprodukte, Püreepulver, Fertigprodukte
• Brot und Gebäck, die mit Milch, Milchpulver, Casein, Molkenpulver od. Milchzucker hergestellt sind
• Backwaren und -mischungen, süße Riegel, Milch- und Sahneeis, Pralinen, Nuss-Nougatcreme

LAKTOSEFREIE Produkte verwenden!

3.    Prophylaxe von Nierensteinen:

Die Bildung von Nierensteinen ist eine häufige Folgeerkrankung nach Ileumresektion. Normalerweise bindet sich Oxalsäure im Darm mit Calcium zu Kalzium- Oxalat. Da dieser Schutzmechanismus nach Ileumresektion nicht funktioniert, ist eine oxalsäurearme Ernährung notwendig.

Meiden Sie oxalsäurereiche Lebensmittel, wie:
• Kakao (Schokolade, schokohaltige Getränke, Nuss-Nougat-Creme)
• Obstsorten, wie Rhabarber, Beerenfrüchte, Pflaumen
• Nüsse
• Gemüse: Spinat, Mangold, Rote Bete, Bohnen
• Schwarztee
• Dunkle Brotsorten

4.    Zuckerunverträglichkeit:

Bei unvollständiger Kohlenhydratresorption verursachen Zucker erhebliche osmotische Durchfälle. Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel (Süßigkeiten etc.) sollten dann gemieden werden.

Kurz & knapp:

–  viele kleine Mahlzeiten  – 6 –10 x tgl.
– laktosefreie Milchprodukte
– ballaststofffrei – lösliche Ballaststoffe
– Trinken und Mahlzeit zeitlich trennen
– oxalatarm – Meiden von Nüssen, Rhabarber, Rote Beete, Spinat, Kakao
– auf hochwertige Fette achten wie Rapsöl, Olivenöl, Leinöl
– KEINE Kohlensäurehaltigen Getränke
– KEINE Citrusfrüchte
– WENIG rote Früchte
– KEINE Schalen wie Tomate, Paprika ( müssen geschält werden)
– KEIN Vollkorn
– KEINE Kohlsorten

Herzlich willkommen

Willkommen bei der Koordinationsstelle für Patienten mit Kurzdarmsyndrom. Hier finden Sie Infos zum Kurzdarmsyndrom sowie alles zu den von der Koordinationsstelle angebotenen Dienstleistungen.
 

Die Koordinationsstelle

Die Koordinationsstelle bietet eine interdisziplinäre, ganzheitliche Versorgung. Sie koordiniert  das Leistungsgeschehen und sorgt für die umfassende Organisation und Durchführung der medizinischen Therapie, Ernährungsmaßnahmen sowie spezieller pflegerischer Leistungen.
 

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Weiterführende Links

Prof. Dr. Georg Lamprecht
Universitätsmedizin Rostock
Zentrum für Innere Medizin,
Klinik II
Abteilung für Gastroenterologie
18057 Rostock
 
PD Dr. med. Irina Blumenstein
Universitätsklinikum Frankfurt
Medizinsche Klinik 1
Schwerpunkt Ernährungsmedizin